ENGLISH

Berlin, 30.6.2010: Demonstration vor dem Deutschen Institut für Regierungsgefälligkeiten,
das zur Täterschutzorganisation geworden ist.

Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Geschäftsstelle:
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Fax: 030-7828947
die-bpe@gmx.de
www.die-bpe.de

To the members of the
Committee on the Rights of Persons with Disabilities
Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (OHCHR)
Palais des Nations
CH-1211 Geneva 10
Schweiz

Dienstag, 29. Juni 2010

Sehr geehrte Frau Amna Ali Al Suweidi,
Sehr geehrte Frau María Soledad Cisternas Reyes,
Sehr geehrte Frau Ana María Liévano de Sol,
Sehr geehrte Frau Ana Peláez Narváez,
Sehr geehrte Frau Colette Roberts-Risden,
Sehr geehrte Frau Jia Yang,

Sehr geehrte Herr Mohammed Al-Tarawneh,
Sehr geehrte Herr Lotfi Ben Lallahom,
Sehr geehrte Herr Monthian Buntan,
Sehr geehrte Herr Manuel de Jesús Campos Labrador,
Sehr geehrte Herr Monsur Ahmed Choudhuri,
Sehr geehrte Herr Alpha Boubacar Diop,
Sehr geehrte Herr György Könczei,
Sehr geehrte Herr Mateo A. Lee,
Sehr geehrte Herr Ronald McCallum,
Sehr geehrte Herr Sivalingum Moodley,
Sehr geehrte Herr Jesús Juan Portalanza Güere,
Sehr geehrte Herr Germán Xavier,
Sehr geehrte Herr Torres Correa,
Sehr geehrte Herr Cveto Uršič,

 

Leider müssen wir uns heute an Sie wenden, um Ihnen unser Entsetzen über die Entwicklung der Monitoring-Stelle für die Behindertenrechtskonvention (BRK) in Deutschland mitzuteilen.

Das damit beauftragte sog. „Deutsche Institut für Menschenrechte“ hat nicht nur bei der Auftragserteilung durch das deutsche Parlament die Aussagen des OHCHR vom Oktober 2008 zum Dignity and Justice for Detainees Week vorsätzlich ignoriert und für den Verrat an der BRK das ausgeschriebene Geld angenommen (en detail in Englisch nachzulesen in „UN-Convention Fraud - A chronicle of events“: http://www.iaapa.de/zwang4/chronicle.htm. Wir nennen dieses Institut deshalb seitdem "Institut für Regierungsgefälligkeiten").


Jetzt hat das Institut die Maske ganz fallenlassen und sich sogar als Täterschutzorganisation entpuppt: Unter dem alten Direktor des sog. "Deutschen Instituts für Menschenrechte", Heiner Bielefeldt, wurde wenigstens noch die Heuchelei gepflegt, Behindertengruppen wie z.B. uns einzuladen, obwohl wir mit einem 45-seitigen Rechtsgutachten renommierter Menschenrechtsanwälte die Unvereinbarkeit der BRK mit der deutschen Sondergesetzgebung für "psychisch Kranke" nachgewiesen haben. Selbstverständlich sind wir diesen Einladungen seit Oktober 2008 nicht gefolgt, sondern haben vor den Treffen protestiert und über den Verrat des Instituts demonstrativ aufgeklärt.        

 

Aber statt die Politik des Instituts Menschenrechts- bzw. BRK-konform zu verändern, hat nun die neue Direktorin, Beate Rudolf, sogar dieses letzte Feigenblatt beseitigt und die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) als „Betroffenenorganisation“ zu den Konsultationen des Instituts mit Behindertenorganisationen eingeladen. Als ob die Behinderer, die Organisation der Täter der illegalen Ausübung psychiatrischer Gewalt, nun die „Behinderten“ wären!
Das ist in unseren Augen Zynismus in Reinform!

Damit hat sich das Institut ganz offen zu einer Organisation der Mißachtung der Rechte von Behinderten bekannt, zu einer Organisation, die die systematische Entrechtung, Entwürdigung, Mißhandlung und Folter Behinderter im Pakt mit den Tätern im weißen Kittel fortsetzen statt beenden will. Frau Beate Rudolf und ihr „Deutsches Institut für Regierungsgefälligkeiten“ haben dadurch unzweifelhat bewiesen, dass sie völlig skrupellos und offen die BRK, die Menschenrechte, die UN und die Behinderten in Deutschland verhöhnen wollen. Die Bestimmungen der BRK dienen damit in Deutschland nur noch verstärkter Repression und Menschenrechtsverachtung, weil die Hoffnungen in sie ins tatsächliche Gegenteil verkehrt wurden.

Wir bitten das Komitee, sich bei seiner nächsten Sitzung vom 4. bis 8. Oktober öffentlich von dieser Monitoring-Stelle zu distanzieren und als abschreckendes Beispiel international bekannt zu machen, wie durch die Manipulationen der deutschen Regierung und der Direktoren eines solchen Instituts, die sich gehorsamst entsprechend instrumentalisieren lassen, ein zentraler Kern der BRK (insbesondere die Artikel 4 (3) und Artikel 14(1b)) zerstört wird.

Im Auftrag der Mitgliederversammung vom heutigen Tag,


mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand: René Talbot                            Andrzej Skulski                                  Uwe Pankow



Die folgende E-Mail der DGPPN (siehe Absender: "koordination@dgppn.de") wurde uns vom Werner-Fuß-Zentrum weitergeleitet. Darin behauptet die DGPPN am Tag nach unserer Demonstration, dass nicht sie selbst, sondern ihre Tarnorganisation "Aktionsbündnis Seelische Gesundheit" angeblich eingeladen worden sei - ein Protokollfehler des Instituts sei´s gewesen. Es freut uns, dass sich die DGPPN von unserer kleinen Demomonstration zu dieser dummdreisten Lüge veranlaßt sah und gleich den Beweis ihrer Verlogenheit mitgeliefert hat: Der vorgeschickte Carsten Burfeind ist ein bezahlter Funktionär der DGPPN, schreibt seine E-Mails von der Adresse der DGPPN und arbeitet in den Räumen der DGPPN in der Reinhardstr. 14. Erfreulich, dass die DGPPN anscheinend nicht mal mehr das Geld hat, ihrer Tarnorganisation eine bessere Camouflage zu bezahlen :-)
Ob deswegen die DGPPN noch mal eine Betteltour bei ihren Pharmasponsoren machen muss?

-------- Original-Nachricht --------

Betreff: AW: Institut für Regierungsgefälligkeiten ist zur Täterschutzorganisation geworden
Datum: Thu, 1 Jul 2010 09:47:55 +0200
Von: Carsten Burfeind <koordination@dgppn.de>
An: werner-fuss@gmx.de <werner-fuss@gmx.de>
Referenzen: <4C2B6EC3.80701@gmx.de>


Sehr geehrte Damen und Herren,

erlauben Sie mir aus gegebenem Anlass (s.u.) folgende Informationen: Die Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) nicht zu den Konsultationen des Instituts eingeladen. Diese Information beruht leider auf einem Protokollfehler der Sitzung der Verbändekonsultation der Monitoring-Stelle vom 3. März 2010.

Es ist vielmehr so, dass das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit (www.seelischegesundheit.net), dessen Koordinator ich bin, teilgenommen hatte. Die DGPPN ist einer der Initiatoren des Bündnisses und daher auch Mitglied. Die Fachgesellschaft selber wurde aber weder eingeladen, noch hat sie teilgenommen. Der Protokollfehler wurde von mir in der gestrigen Sitzung der Verbändekonsultation angesprochen und daraufhin korrigiert.

Im Aktionsbündnis engagieren sich derzeit 65 Vereine und Institutionen, darunter Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Ärzteverbände, wissenschaftliche Fachgesellschaften sowie medizinische Kompetenznetze und Mitglieder der BAG der Freien Wohlfahrtspflege. Das Netzwerk will Initiativen zur Förderung der seelischen Gesundheit stärken und einen gesellschaftlichen Diskurs zur Enttabuisierung psychischer Erkrankungen anstoßen. Dabei arbeitet es trialogisch und ist auch in der Steuerungsgruppe trialogisch besetzt.

Ich hoffe, dass dieser Hinweis zur Klärung beiträgt.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Burfeind
Koordinator
Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Reinhardstraße 14
10117 Berlin

HOME |IMPRESSUM